Bonaire 2005

Bonaire – Tauchen auf den Inseln unter dem Winde (2005) – von Klaus Heidt

Nach 9-stündigem Flug von Amsterdam erreicht man die etwa 80 km vor der Küste von Venezuela liegenden ABC-Inseln. Knapp 10 Jahre sind inzwischen seit unserem letzten Besuch auf der Insel Bonaire vergangen. Die Erinnerung an bequemes, unabhängiges Tauchen und ein schönes, gut organisiertes Tauchresort haben uns auf die südlichste der 3 ABC-Inseln geführt.

Wir wohnen im Buddy Dive Resort, genau wie bei unserem letzten Besuch. Hier gibt es alles, was das Taucherherz begehrt. Angeboten werden täglich
2 Bootstauchgänge sowie unlimitiertes Shore Diving, ebenso ist tauchen mit Nitrox möglich. Wir haben uns für 2 Wochen Shore Diving entschieden.

Die Küste Bonaires ist seit 1979 bis in 60 m Tiefe als Unterwasserschutzgebiet ausgewiesen. An über 50 markierten Tauchstellen an der Westküste der Insel kann man ins Wasser steigen. 10-l- oder 12-l-Alu-Flaschen (Pressluft oder Nitrox) erhält man an der Füllstation von 8 Uhr bis 18 Uhr. Mit dem gemieteten Pick-up fährt man hierzu wie an eine Tankstelle und tauscht leere gegen volle Flaschen aus und schon ist man für den nächsten Tauchgang startklar. Für Hausrifftauchgänge stehen am Bootssteg ebenfalls Flaschen bereit.

Auch um das leibliche Wohl braucht man sich keine großen Gedanken zu machen. Zum einen gibt es auf dem Resort natürlich ein Restaurant. Alternativ ist auch Selbstversorgung möglich. Die Appartements haben jeweils

Die Appartements haben jeweils eine komplett eingerichtete Küche. Mit den erforderlichen Lebensmitteln kann man sich im gut ausgestatteten Supermarkt Cultimara versorgen. Ca.20 Dollar bezahlt man für ein Menü in einem der Restaurants in Kralendijk. Nicht zu vergessen der Bäcker in der Ortsmitte von Kralendijk. Ab 8 Uhr morgens gibt es hier schmackhafte Brötchen, die bei Bedarf als Sandwich gerichtet werden.

Auszug aus dem Logbuch
Tag: 8.5.2005
Ort: Bonaire, Niederländische Antillen
Tiefe: 26 m
Tauchzeit. 51 min
Tauchplatz: Alice in Wonderland

Helmut hat wie jeden Morgen beim Bäcker Brötchen besorgt. Wir haben gemütlich auf unserem Balkon gefrühstückt. Gegen 10Uhr starten wir mit dem gemieteten Pick-up zu unserem Tauchgang. Es geht in südlicher Richtung durch Kralendijk, vorbei am Flugplatz Richtung Salzberge. Am Wrack der Hilma Hooker stehen 2 Fahrzeuge, wir fahren einfach einen Tauchplatz weiter. Hier sind wir alleine. Wir parken unser Fahrzeug so, dass wir es vom Wasser aus sehen können, suchen uns eine günstige Stelle zum Einstieg ins Wasser und machen uns fertig. Mit dem Kompass peilen wir die Boje am ca. 80 m entfernten Riff an. Der Einstieg bei leichter Brandung gestaltet sich mit der schweren Fotoausrüstung in der einen Hand und den Flossen in der anderen Hand etwas schwierig.

Nach kurzem OK-Zeichen starten wir unseren Tauchgang, dem Kompass folgend, in 2 m Tiefe. Zunächst geht es über eine Sandfläche, die ab und zu von einzelnen Korallenstöcken unterbrochen ist, bis in 6 m Tiefe. Ab hier werden die Korallen und Gorgonien dichter. In 9 m Tiefe erreichen wir die angepeilte Boje und den Riffabhang. Wir behalten unsere Richtung bei und tauchen in einem Winkel von ca. 60° bis in 26 m Tiefe ab. Hier endet das Riff in einer Sandfläche.

Dort, wo das Riff in die Sandfläche ausläuft, fällt unser Blick plötzlich auf eine stattliche, freischwimmende grüne Muräne. Mit einer Länge von mindestens 2 m und einer Höhe mit aufgerichteter Flosse von mehr als 30 cm haben wir doch etwas Respekt und halten entsprechend Abstand. Nach kurzer Einschätzung der Situation und der Aussicht, ein gutes Foto zu erhalten, stellen wir unsere Bedenken zurück und bringen uns in „Schussweite“.

Irritiert vom Blitzlicht zieht sich die Muräne in eine Korallenspalte zurück. Wir setzen unseren Tauchgang fort und überqueren eine 30-35 m breite Sandfläche, die von einer Kolonie Röhrenaale bewohnt wird. Das Riff steigt jetzt wieder an. In 18m erreichen wir das Riffdach. Das Wasser hier draußen ist klarer als am ersten Riff, auch die Korallen sind größer und vielfältiger. Unser Blick geht nach oben zu einem großen Sardinenschwarm. 10 bis 15 Makrelen umkreisen die Sardinen und stoßen ab und zu in den Schwarm, der auszuweichen versucht.

30 min. Tauchzeit sind um und es ist Zeit den Rückweg anzutreten. Wir bleiben nun auf 18 m, bis wir das erste Riff erreichen. Nach 45 min sehen wir unsere Ausgangsboje in 9 m Tiefe. Von hier geht es zurück zum Ausstieg.

Fazit:
Die vor 10 Jahren deutlich von der Korallenbleiche gezeichneten Riffe im Norden haben sich einigermaßen erholt. 1999 hat ein Sturm große Teile der flacheren Riffkorallen (bis ca.4 m Tiefe) im Süden zerstört und den Sand von Pink Beach abgetragen. Die Nachwirkungen sind noch deutlich sichtbar.
Das Mischungsverhältnis der Drinks an der Beachbar hat sich verschlechtert. Die Anlage ist perfekt organisiert. Die persönliche Atmosphäre von Joop und Yvonne, den Gründern von Buddy Dive, ist dabei aber verloren gegangen. Der Aufkleber der ESG-Tauchsportabteilung, den wir 1995 am Treppenabgang zum Bootssteg angebracht haben, ist immer noch da.
Ein sehr schöner Urlaub. Empfehlenswert für alle, die sich den Tag selber einteilen wollen.

Interessante Bücher zu Bonaire:

– Unter Korallen und Haien, Hans Hass 1941
– Tauchreiseführer Bonaire, Michael Jung
Web sites zum Thema:

Buddy Dive, Bonaire
STINAPA, Bonaire
Washington Slagbaai National Park, Bonaire

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