Malediven 2007

Bootssafari im Archipel der Malediven, 2007 – von Dr. Andreas Falk

Wenn ein Sommer so kühl und verregnet ist wie der diesjährige, dann stört ein gelegentlicher warmer Regenschauer nicht mehr groß, sagten sich ESG-Taucher und begaben sich trotz Südost-Monsun zur Boots- und Tauchsafari auf die Malediven. Die interessanten Tauchplätze im Süd-Male- und Ari-Atoll waren angesagt und wir waren gespannt, wie die Tauchgründe wohl heute, fast 10 Jahre nach der El Nino-Umweltkatastrophe, aussehen würden.

Leider sind Neptuns Steinkorallengärten immer noch arg verwüstet und weit entfernt von dem paradiesischen Zustand, in dem sie von ESG-Tauchern vor ca. 20 Jahren angetroffen worden waren.

Geblieben sind die starken Strömungen in den Kanälen zwischen den Inseln und die teilweise schlechte Sicht in den planktonreichen Gewässern, die wiederum viele Fische anlocken. Da­bei natürlich die Stars unter den Planktonfressern: die Mantas und Walhaie.

Während sich Gruppen von 10 und mehr Mantas auf einmal an ihrer Putzerstation einfanden und immer wieder über die Köpfe der Taucher hinwegsegelten, war die Suche nach den Wal­haien nicht so einfach. Am südlichsten Punkt des Ari-Atolls war es dann so weit: Ruhig und elegant schwebte ein 7-Meter-Riese an uns vorbei, ohne sich durch die Blitzlichter der Kame­ras beirren zu lassen.

Seine kleineren Brüder, Weißspitzen- und kraftvolle Graue Riffhaie, waren häufiger vertreten und standen scheinbar mühelos in der Strömung, wo sich die Taucher mit aller Kraft oder mit Hilfe von Riffhaken festhalten mussten.

Ein Highlight waren die Nachttauchgänge am Maaya Thila, wo die Weißspitzen-Riffhaie und „Black Jack“, ein kapitaler Barrakuda, das Licht unserer Scheinwerfer nutzten, um auf Jagd zu gehen.

Gruppen von Thunfischen und Makrelen-Schwärme verfolgten bei Tag die vielen kleinen Schwarmfische in den Strömungskanälen, während an den Riffen selbst immer noch viele bunte Korallenfische leben.

Die zahlreichen Schildkröten zeigten wenig Scheu, und die angefütterten Napoleonfische am Fishhead beschnuppern die Taucher geradezu, ob sie nicht etwas vom Frühstücksbuffet für sie mitgebracht haben. Dass mit diesen riesigen, urig aussehenden Lippfischen nicht zu spaßen ist, musste ein wackerer Schwabe im Gästeteam erfahren, der einen mittelgroßen Napoleon mit einer Banane aus seiner Jacket-Tasche verzaubern wollte, aber nicht realisierte, dass der Alte längst hinter ihm war, um blitzschnell die ganze Hand samt Banane in sein Riesenmaul einzusaugen. Hand und Bananenschale wurden zwar wieder ausgespuckt, aber unser Zauber­lehrling hatte nicht nur die zahlreichen Hautabschürfungen von den Reibezähnen zu ertragen, sondern auch noch die Kommentare der anderen Taucher beim abendlichen Barbecue auf der Palmeninsel.

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